Sonntag, 20. August 2017

Posting 42 - Rentenvorsorge für Selbständige - ist die Gesetzliche Rentenversicherung (GRV) eine sinnvolle Option? - update per März 2024

Obwohl die Gesetzliche Rentenversicherung (GRV) aufgrund der Demografie-Situation ein eher schwaches Image hat, sprechen die Zahlen eine viel günstigere Sprache: Wer als Selbständiger oder sonstige Nicht-RV-pflichtige Person (z.B. Hausfrau) im Jahre 2021 freiwillige Einzahlungen in die GRV tätigt von 10.000 €, erhält dafür 43,80 € an künftiger Monatsrente ab Alter 67 Jahre. Damit ergibt sich ein sog. Rentenfaktor von 43,8 für alle Einzahlungen, unabhängig von deren Höhe oder Zeitpunkt (in 2021 sind maximal 1.321 € als Monatsbeitrag möglich). Quelle: DRV

Mit einer alternativen privaten Rüruprente ist ein garantierter Rentenfaktor von 44 derzeit nicht erzielbar, das Niedrigzinsumfeld hat hier leider "ganze Arbeit" geleistet. Bei älteren bzw. noch lange laufenden Rürupverträgen (ca.15 Jahre aufwärts) dürfte es jedoch besser aussehen, wenn etwa via Aktienfonds-Invest Wertsteigerungen der Vertrags-Kapitalanlage (was beim GRV-Umlageverfahren eben keine Rolle spielt) bis zum Renteneintritt erzielt werden. Dann kann ein geringerer Rentenfaktor durchaus kompensiert werden durch ein deutlich höheres Rürup-Vertragskapital. Umgekehrt werden Einzahlungen, wenn nur noch 5-10 Jahre Zeit sind bis zum Rentenbezug meist günstiger sein in die GRV als in eine private Rüruprente. (Diese Relation gilt sehr ähnlich für Versorgungswerke (VW) von Freiberuflern, auch dort sind die garantierten Rentenfaktoren nicht selten geringer.)

Zum Problem wird allerdings das sog. Ablauf-Management in privaten Rürupverträgen, d. h. die Umschichtungs-Notwendigkeit 5-10 Jahre vor Beginn der Auszahlungsphase in schwankungsarme Rentenpapiere (bei Aktienfonds-basierten Verträgen). Die Anleihen-Renditen liegen aktuell nahe Null Prozent. Damit findet eine weitere Wertentwicklung des Rürupvertrages einige Jahre vor Rentenbeginn kaum noch statt.

Wer gesetzlich krankenversichert ist, muss von den ca. 19 % KV/PV-Beiträgen derzeit ca. 11 % selber tragen als Eigenanteil/Rentenabzug (1/2 des KV-Beitrags und den vollen PV-Beitrag), ca. 8 % als KV-Beitragszuschuss trägt die GRV. Aber auch ein "Netto"-Rentenfaktor von 39 ist noch attraktiv. 
 
Bei (zusätzlichen) Betriebsrenten und VW-Renten ist der volle KV/PV-Beitrag von ca. 19 % allein zu tragen bis zur Beitragsbemessungsgrenze, in 2021 ca. 4,8 T€, allerdings erst beginnend oberhalb der GRV-Rentenhöhe. Damit wären deren "Netto"-Rentenfaktoren - bis zur BBG - um 19 % gemindert. (Beispiel: RF von 40 abzgl. 19 % KV/PV = Netto-RF 32,4). Seit 2020 gibt es zumindest einen Freibetrag (2021: 165 €). Vgl. https://www.steuertipps.de/pensionaere/beitragsentlastung

Kapitalleistungen aus Betriebsrenten/Versorgungswerken unterliegen 10 Jahre lang der KV/PV-Beitragspflicht in der GKV. Vom Auszahlungsbetrag werden daher monatlich 1/120 angesetzt. Der o.g. Freibetrag gilt entsprechend.

Wer andererseits privat krankenversichert ist in der Rentenphase, erhält auf Antrag die 7,9 % KV-Zuschuss als zusätzliche GRV-Zahlung auf seine gesetzliche Rente, was deren Rendite sogar noch erhöht. Der Rentenfaktor steigt auf ca. 47,3 - einen konkurrenzlos hohen Wert. Auch freiwillig gesetzlich Versicherte erhalten auf Antrag einen solchen Zuschuss auf ihre gesetzl. Rente, müssen aber daneben die 2. Hälfte des Beitrag zahlen.

Die steuerliche Behandlung von Einzahlungen in die gesetzliche und/oder eine private Rürup-Rente ist identisch: Rürup-Einzahlungen bis max. 25.787 € pro Jahr und Person (Ehepaare doppelter Betrag) sind in 2021 zu 92 % als Sonderausgaben abzugsfähig. In der GRV sind es max. 1.320,60 €/Monat. Beispiel: 10.000 € Einzahlung bei 44,3 % Grenzsteuersatz führen zu 4.076 € an Steuerersparnis (= 40,1 % der Einzahlungen).

Da im Übrigen keine besonderen Voraussetzungen bestehen, können Rürup bzw. GRV-Rentenbeiträge gleichermaßen für jeden Ehepartner eingebracht werden. Bei der GRV jedoch nur, sofern keine Rentenpflichtbeiträge (auch via Minijob) entrichtet werden (diese schließen freiwillige Beiträge aus; der RV-Status von Minijobs lässt sich aber ändern).

Ab Alter 50 Jahre gibt es eine weitere Möglichkeit freiwilliger Zuzahlungen (auch bei bestehendem RV-pflichtigen Minijob), wodurch Abschläge bei früherem Renteneintritt (z.B. ab Alter 63 Jahre) kompensiert werden können. Diese Option kann attraktiv sein, insbesondere in den letzten 3-5 Jahren vor Rentenbeginn, in denen die Zeit fehlt für einen lukrativeren Kapitalaufbau. Ein zusätzlicher Vorteil von GRV- (und Rürup-)Ansprüchen besteht darin, dass diese insolvenzfest sind.

Bei der privaten Rüruprente existiert anders als in der GRV keine Monatshöchstgrenze, sie bietet also mehr Flexibilität, auch bzgl. einer möglichen Rentengarantiezeit.
 
Ein Faktor ist auch noch zu berücksichtigen bei der beitragsfreien Familienversicherung: Eigene Einkünfte inkl. von Kapital- und Mieteinkünften dürfen max. 470 €/Monat betragen, andernfalls wird ein sog. Mindesteinkommen angenommen (1.097 €/Monat in 2022), das dann mit ca. 200 €/Monat an KV-/PV-Beiträgen verbeitragt wird. Kann etwa relevant werden in der Rentenphase, wo ein Partner noch keine eigene gesetzliche Rente bezieht, wohl aber Kapitaleinkünfte hat von mehr als 470 €/Monat. Vgl. https://www.verbraucherzentrale.de/familienversicherung-in-der-krankenkasse

Angesichts der Zahlenverhältnisse ist ein spezifischer Vergleich zwischen gesetzlicher und privater Rentenoption für Selbständige unbedingt anzuraten. Eine neutrale Beratung dazu ist lohnend. Bei Fragen zur gesetzlichen Rente insbesondere durch die entsprechenden DRV-Beratungsstellen.
 
Höhe der "Standardrente": Häufig ist vom sog. Sicherungsniveau (SN) der gesetzlichen Rente die Rede, das aktuell in 2024 bei ca. 48 % liegt. (Achtung: Hierbei werden 45 Beitragsjahre unterstellt). Was bedeutet das für die Nettorente in Relation zum relevanten Netto-Durchschnittsgehalt? Beispiel: Durchschnitts-Bruttogehälter über die vollständige Einzahlphase (45 J. lang - egal, ob als Einzelverdiener oder gemeinsam durch beide Ehepartner - bei St.kl. III) auf dem Niveau von 5.000 € ergeben 48 % Rente brutto = 2.400 €. Nach KV/PV und Steuern ergeben sich 2.114 € Nettorente. Ein Bruttogehalt von 5.000 € ergibt nach Sozialabgaben/Steuern 3.512 € Nettogehalt. Das erreichbare Rentennetto nach allen Abzügen (2.114 € : 3.512 €) beträgt damit ca. 60 % eines "aktiven" Gehalts. [ a) Das relativ höhere "Netto" gegenüber dem erreichbaren 48 % SN resultiert aus den wesentlich geringeren Abzügen in der Rentenphase. b) Der Begriff der "Standardrente" unterstellt 45 Beitragsjahre, was die meisten allerdings nicht erreichen. Daher ist das effektive Rentenniveau meist auch deutlich geringer als 60 % netto. Wer z. B. nur 38 Jahre Beitragszeiten erreicht, würde im o.g. Beispiel auf ca. 51 % netto eines "aktiven" Gehalts kommen.]
 
 
Zum Vergleich: Beamte im höheren Dienst (A13, Studienrat, St.kl. III) haben Endbezüge von ca. 6.600 € brutto und ca. 5.480 € vor KV/PV, die noch ca. 250 € ausmachen (= 5.230 € netto). Wer mit dem max. Ruhegehaltssatz von 71,75 % in Pension geht, bezieht ca. 4.735 € Pension brutto und 3.910 € netto nach KV/PV-Beiträgen. Damit beträgt das Beamtenversorgungsniveau ca. 75 % netto der letzten Dienstbezüge vor der Pensionierung (3.910 €: 5.230 €), nicht der Durchschnittsgehälter der gesamten Erwerbsbiografie, wie in der GRV. Vgl. https://www.n-heydorn.de/gehaltsrechner_beamte.html

 
Vgl. Rentenanspruch durch freiwillige Beiträge: https://www.ihre-vorsorge.de/rechner/rechner-rentenversicherung-was-bringen-freiwillige-beitraege.html

Vgl. KV-Beiträge in der Rentenphase: https://www.krankenkassen.de/gesetzliche-krankenkassen/krankenkasse-beitrag/rentner/
Insbesondere langjährig gesetzlich krankenversicherte Versorgungswerk-Angehörige sollten die Mindestbeitragszeit von 60 Monaten in der GRV erreicht haben, um den "teuren" Status der "freiwilligen Mitgliedschaft" in der Rentenphase zu vermeiden.
 


Posting 41 - Zeitbombe "Altersvorsorge" - ein Lösungsvorschlag von Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse der Baader Bank. Beispiele für Portfolio-ETFs.

Stichworte sind: Aktiensparpläne zum langfristigen Vermögensaufbau, steuerliche Förderung derselben, Rendite-steigernde Nutzung von Kursschwankungen mittels cost-average-Effekt, Einbeziehung von Dividendenwerten etc. Kursverlustrisiken bestehen nur vorübergehend, längerfristig werden diese immer überkompensiert durch Wertzuwächse.

Andererseits haben die üblichen Sparbuchzinsen schon seit fünfzig Jahren (seit 1967) in 50 % aller Zeiträume zu negativen REAL-Renditen geführt trotz teils hoher Nominalrenditen - eben nach Abzug der Inflation. Mit Sachwerten (Aktien, Immobilien) konnten historisch gesehen durchgehend bessere Ergebnisse erzielt werden. Und auch "sicherere" Ergebnisse, da Geldwerte generell abwertungsgefährdet sind (Inflation, Währungsreformen).

Ergebnis für den Staat: Viel weniger Sozialhilfebedürftige. Neue Aufgabe für Bürger und Politik: Erhebliches Umdenken ist nötig - sicherer Vermögensaufbau ist neu zu definieren.

Vgl.: Portfolio-ETFs, die bei reduzierten Schwankungen zum einfachen Vermögensaufbau dienen können: https://www.fondsweb.com/de/vergleichen/tabelle/isins/DE000ETF7011,IE00B3Y8D011,LU0360863863,LU0397221945

Vgl. Megatrends, wir werden immer älter und die Rentenphase ist teuer: https://www.zukunftsinstitut.de/dossier/megatrends/

Artikel-Link:

Posting 40 - Globale Aktien-Streuung nach Wirtschaftsleistung ist sinnvoll - update Febr. 2021

Während die Industriestaaten Stabilitätsvorteile bieten, weisen die Emerging Markets langfristig Renditevorteile auf. So enthält der MSCI World die Top 1.650 Unternehmen der führenden 23 Industrieländer, der komplementäre MSCI Emerging Markets (EM) die Top 850 Unternehmen der führenden 23 Schwellenmärkte. Am besten ist eine Mischung aus beiden Welten, die sich über Indexfonds (beide o.g. Indizes dann 2.500 Unternehmen) oder alternativ Dimensional Fonds (sogar 10.000 Unternehmen in einem globalen Portfolio) zu geringsten Kosten abbilden lässt. Vgl. https://eu.dimensional.com/de/ 
 
Eine Portfolio-Gewichtung nach Marktkapitalisierung (= Gesamtwert der Anteile aller börsennotierten Unternehmen pro Region) wird in der Regel von den Indexanbietern wie MSCI oder FTSE vorgenommen, ist aber nicht die beste Lösung. Ein stabileres Chance-/Risiko-Profil erreichen Anleger mit einer ca. hälftigen Gewichtung auch nach den Anteilen am Brutto-Inlands-Produkt (BIP), also der Wirtschaftsleistung der einzelnen Regionen. [Bei einer Gewichtung rein nach Marktkapitalisierung käme man nur auf 14 % EM-Anteil.] 
 
Die BIP-Anteile im Nov. 2020 betragen: Nordamerika 29,0 % (US 26,4 %, CA 2,6 %), Europa 22,4 %, Emerging Markets 39,3 %, Pacific 9,3 % (Japan 6,6 - AUS 1,5 - Hong Kong 1,0).
Vgl.: https://www.arero.de/wissenschaftlich/#c490 sowie hier:
Eine etwa hälftige Gewichtung der Portfolio-Verteilung nach Marktkapitalisierung und Global BIP-Anteil bedeutet im Jan. 2021: Rund 42 % Nordamerika, 20 % Europa, 27 % Emerging Markets, 7 % Japan, 4 % Sonstige.
 
Die jährliche Rendite eines BIP-orientierten globalen Aktien-Portfolios lag im 20-jährigen Betrachtungszeitraum (Links 1, 6) von Januar 1995 bis Dezember 2014 bei rund 9,8 % pro Jahr, das Schwankungsrisiko war mit 17,7 % vertretbar. Zum Vergleich: Die Anlage in nur deutschen Aktien hätte nur 8,1 % Rendite pro Jahr erbracht bei einer deutlich höheren Volatilität von 21,4 %. 
 
 
Posting 39 - Garantiekosten von Altersvorsorgeprodukten (z.B. Riester)

Garantien in der Altersvorsorge haben ihren Preis. Er ist höher, als vielfach angenommen, und er ist in den zurückliegenden Jahren enorm angestiegen. Prof. Dr. Olaf Stotz und Maximilian Renz von der Frankfurt School of Finance & Management haben einen Garantiekostenindex entwickelt, mit dem sich dieser Preis beziffern lässt.

Garantien werden üblicherweise über den Anleihenanteil eines Anlageportfolios dargestellt. Da das Zinsniveau in den letzten Jahren von den früher üblichen 4-5 % p. a. auf aktuell nur noch ca. 0,5 % p. a. gesunken ist, heisst dies nun, dass hohe Anteile des Portfolios auf Anleihen entfallen müssen. Damit wird die für eine akzeptable Langfristrendite zwingend nötige Aktien-Komponente auf eine (viel zu) geringe Quote von oft nur noch 10-20% zurückgedrängt.

Man muss daher kritisch fragen, wann Garantieprodukte nötig sind, und wie diese konkret gestaltet sind, damit noch eine akzeptable Wertentwicklung erzielt werden kann. Bei langfristiger Anlage ab etwa zwölf Jahren aufwärts sind Garantien meist überflüssig.

Artikel-Link:
http://www.dia-vorsorge.de/quarterly-ausgaben/quarterly-4-2015altersvorsorge/altersvorsorge-aktuell/ls-kosten-einer-garantierten-rente.html

Posting 38 - Wann platzt die Immobilienblase? Lohnen sich vermietete Immobilien? Nicht mehr zahlen als das 20-fache der Jahreskaltmiete!

Der renommierte Finanzanalytiker Volker Looman (F.A.Z.-Autor) weist bzgl. vermieteter Immobilien darauf hin, dass diese von Jahr zu Jahr gefährlicher würden mit den jüngsten Preissteigerungen und dem hohen erreichten Preisniveau, speziell in Metropolen und Universitätsstädten. Grundlage dieser These ist die Tatsache, dass sich die Kaufpreise in vielen Städten deutlich schneller entwickelt haben als die Mieten. Als Rendite ließen sich bei nüchterner Betrachtung häufig kaum mehr als 2,5 % p.a. vor Steuern erzielen.

Kalkulation: Die langfristige reale (=inflationsbereinigte) Wertsteigerung von Immobilien in Deutschland beträgt ca. 1 % pro Jahr (vgl. Bulwiengesa -> Durchschnittswert der letzten 40 Jahre). Hinzu kommen bei Erwerb zum 20-fachen (gründlich prüfen, wenn der Kaufpreis höher sein soll als das 20-fache!) der Jahreskaltmiete 5 % (100 : 20 = 5) lfd. Bruttomieterträge, abzgl. 15 % für Instandhaltung = 4,25 % Nettomietrendite, abzgl. Darlehenskosten von ca. 2 % p.a. = 2,25 % (1 % plus 2,25 % = 3,25 % p.a. vor Steuern als lfd. Immobilien-Rendite). Diese Rendite vermindert sich noch um die Kaufnebenkosten von rund 10 % des Kaufpreises, die sofort verloren sind, sowie um eventuelle Verwaltungskosten, die lfd. anfallen. In Summe "landet" man wieder bei den auch im oben genannten Beispiel von V. Looman ermittelten ca. 2,5 % Gesamtrendite p.a. vor Steuern.

Beim 25-fachen Objektkaufpreis der Jahreskaltmiete (100 : 25 = 4) ergäben sich nur noch 4 % Bruttomietertrag als Basis, nach Kosten kaum noch mehr als 1 % Nettoertrag. Für das hohe Klumpenrisiko einer Immobilie eine völlig inakzeptable Rendite. Profi-Investoren limitieren den Kaufpreis daher auf das 16-20-fache oder verzichten auf Käufe.

Angesichts von Klumpenrisiko und erheblichem Verwaltungsaufwand sollte gründlich abgewogen werden. Übrigens auch, ob ein Verkauf in diesen Zeiten nicht die cleverere Variante wäre. Merke: Es hat noch niemandem geschadet, zu hohen Preisen zu verkaufen - erst recht nicht, wenn einem fast alles aus den Händen gerissen wird.  Vgl. Original-Artikel im Link unten.

Vgl auch: http://www.faz.net/aktuell/finanzen/meine-finanzen/mieten-und-wohnen/der-markt-fuer-deutsche-immobilien-laeuft-heiss-14135386.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

Vgl. auch Posting 29: https://plus.google.com/110673141494721362210/posts/9Zk4ReCkCFZ

Vgl. Bulwiengesa zur Immobilien-Preisentwicklung ab 2017: http://www.bulwiengesa.de/de/im-blickpunkt/bulwiengesa-entgegnet-empirica-kein-absturz

Vgl.: Akute Immobilienblase ist erreicht; Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) am 17. Juni 2016;  http://www.welt.de/print/die_welt/finanzen/article156291388/Immobilienblase-hat-Deutschland-schon-erfasst.html

Vgl. R. Zitelmann: http://www.zitelmanns-finanzkolumnen.de/2016/

Vgl. Reale, d.h. inflationsbereinigte Immobilien-Renditen historisch eher gering: https://www.wallstreet-online.de/nachricht/10657360-wirtschaftshistoriker-dimson-warnt-ueberzogenen-rendite-erwartungen-immobilien

Vgl. Langzeitentwicklung Immobilien: Seit 1980 in D +10,1 % p.a. im Aktienmarkt und +4,1 % p.a. im Immobilienmarkt: https://www.wiwo.de/finanzen/geldanlage/renditevergleich-das-jahrhundertduell-aktien-gegen-immobilien/19587708.html


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Posting 37 - Vorsorgeplanung richtig gestalten statt: "Ohne Zins und Verstand" - warum die Deutschen ihr Geld falsch anlegen. Leitartikel in: Der SPIEGEL, Nr. 8 vom 20. Februar 2016.

Der Artikel ist geradezu eine Pflichtlektüre zur Altersvorsorge. Meist liegt´s gar nicht am Sparen selbst, vielmehr wird falsch angelegt und vorgesorgt. Richtig strukturierte Vorsorge ist angesichts des rückläufigen Rentenniveaus aber unverzichtbar, denn künftig beträgt die gesetzliche (Netto-)Rente meist nur 40 - 45 % des früheren Nettoeinkommens - sofern lückenlos eingezahlt wurde.

Viele Vorsorgesparer lassen sich von Banken, Versicherungen oder Finanzvertrieben scheinbar "kostenlos" beraten - oder schließen Produkte online ab. Die beworbenen Produkte sind aber ganz überwiegend sehr intransparent und teuer, was die entscheidend wichtige Rendite enorm schmälert. Fast alle Sparer erkennen die wahren Kosten nicht bzw. werden darüber im Unklaren gelassen. Sogar die meisten Tarife via Online-Abschluss sind ganz normale Provisionstarife, wobei die Provisionen dann dem Portal zufallen statt einem Finanz-/Versicherungsvermittler.

Insbesondere verkaufsunabhängige und objektive (Honorar-)Beratung ist sehr viel lohnender, als die meisten denken. Es wird zunächst untersucht, ob die Vorsorge- bzw. Anlagestruktur überhaupt richtig gestaltet ist. Bei evt. Produktbedarf werden ausschließlich sehr kostengünstige und provisionsfreie Produkte eingesetzt, was Rendite und Vermögensaufbau - auch nach Einberechnung des Beratungshonorars in die Rechnung - sehr wesentlich verbessert. Es geht bei langfristigem Altersvorsorge-/ Vermögensaufbau praktisch immer um Werte von mehreren zehntausend Euro (!) an Verbesserungspotential, oft sogar noch um deutlich mehr (vgl. im Link: "Finanztraining").

Vgl. http://gafib.de/90/finanztraining

Vgl. Rentenrechner: http://www.bvi.de/kapitalanlage/privatanleger/rechner/rentenluecken-rechner/

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Posting 36 - Kursrückgänge am Aktienmarkt - sind nun wieder günstige Einstiegs- bzw. Nachkaufkursen erreicht?

Ja, insgesamt überwiegen die positiven Faktoren: Anders als zu Beginn früherer Bärenmärkte befinden sich die Aktienbewertungen auf vernünftigem Niveau. So liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der 30 Dax-Aktien mit aktuell 12,5 sehr niedrig und der Dax ist damit preisgünstig. Vgl.: http://www.onvista.de/index/top-flop.html?ID_NOTATION=20735&FIGURE=PER&RANGE=2016&SUBSUBNAVI=topflop

Während der Dotcom-Blase im Frühjahr 2000 lag das Dax-KGV bei fast 34 und über die letzten zehn Jahre betrug der Wert durchschnittlich 17. Die Dividendenrendite des Dax liegt derzeit bei üppigen 3,5% für 2016 und damit mehr als dreimal so hoch wie der Zins für Tagesgeld.

Aktien sind vor allem im Vergleich zu Anleihen extrem niedrig bewertet. Bisher wurden Bärenmärkte stets durch höhere Zinsen eingeläutet. Aber noch nie bei so niedrigen Zinsen wie sie derzeit vorhanden sind - und wahrscheinlich noch über etliche Jahre bestehen bleiben.

"Für langfristig orientierte Anleger sind die aktuellen Kurse ein günstiger Einstiegszeitpunkt", sagt Andrew Wilson, CEO von Goldman Sachs am 09. Februar 2016 im Handelsblatt. Da die Schwankungen weiterhin hoch bleiben dürften, bieten sich Aktienfondssparpläne ganz besonders an.

Vgl.: Wie sollte man sich bei starken Kursrückgängen verhalten? -> Breite Teilmärkte "kontrolliert nachkaufen in mehreren Schritten" (was einen "Vorrat" an Liquidität erfordert oder Einsatz der lfd. Dividendenerträge). http://finanziell-umdenken.blogspot.de/2012/05/wie-sollte-man-sich-bei-starken.html

Vgl.: Wie lange dauern globale Bärenmärkte? -> Meist max. 1-3 Jahre: http://finanziell-umdenken.blogspot.de/2012/10/wie-lange-dauern-globale-barenmarkte.html

Vgl.: Wenn die Aktionärsquote besonders hoch ist (wie derzeit in den USA), sind die Renditen in den Folgejahren eher geringer; http://www.marketwatch.com/story/what-the-single-best-stock-market-predictor-is-saying-now-2016-06-21 (Analyse von Mark Hulbert, 21. Juni 2016).

Vgl. Nach spätestens 15 Jahren war ein Aktienmarkt-Investment immer positiv, selbst bei der (unwahrscheinlichen) Kombination aus ungünstigstem Einstieg und zugleich ungünstigstem Ausstieg. http://www.dividendenadel.de/aktien-erfolgsfaktor-zeit-renditedreieck/

Vgl.: Deutsches Aktien-Insitut: https://www.dai.de/de/

Artikel-Link:

Posting 35 - Globalisierung und Computerhandel verstärken die Marktschwankungen - aber selbst diese bieten Vorteile.

Welche Ursachen hat es, wenn ein langjährig sehr erfolgreicher Fonds jetzt aufgelöst wird? Nevsky Capital-Chef Martin Taylor macht folgende Faktoren dafür verantwortlich:
a) die zunehmend größere Bedeutung von China und Indien für die Weltwirtschaft, wobei die Datenlage gerade dieser Länder sehr unzuverlässig sei - und damit deren Prognostizierbarkeit
b) die wachsende Bedeutung des Computerhandels, so dass Handels-Algorithmen ein vermehrtes Transaktionsvolumen bestimmten
c) die Vorhersagbarkeit von Konjunkturzyklen und betrieblichen Entwicklungen werde immer schwieriger, und Notenbankeingriffe führten zu Marktverzerrungen
Konsequenz: Eine verminderte Kalkulierbarkeit der Aktienmärkte bei gleichzeitig hoher Volatilität

Praktische Bedeutung für Privatanleger?
1. Die erheblichen Schwankungen am Aktienmarkt dürften sich fortsetzen. Passive Investments (ETFs, Dimensional Fonds) werden (noch) stärker begünstigt gegenüber aktivem Management, da die taktische Prognostizierbarkeit der Märkte weiter rückläufig ist.

2. Die langfristig hohen Renditeerwartungen bleiben jedoch intakt, da die Weltwirtschaft wächst und die führenden börsennotierten Unternehmen weiterhin solide Gewinne erzielen.

3. Größere Schwankungen bedeuten auch:
a) Der Anlagehorizont sollte lang genug bemessen sein, also mindestens 10+ Jahre betragen.

b) Sparpläne zu nutzen wird noch vorteilhafter, weil bei Kursrücksetzern Anteile "automatisch" billiger erworben werden - was für Anleger mental auch sehr viel leichter ist, als nach Rücksetzern selber "aktive" Kaufentscheidungen zu treffen.

c) Bei Neuanlage größerer Einmalbeträge ist auf entsprechende Streckung zu achten, z.B. Anlage in vier Teilbeträgen über 1-2 Jahre.

Die individuelle Risikobereitschaft und -tragfähigkeit sind konsequent zu erheben bei jeder Anlageentscheidung.

Vgl.: http://www.faz.net/aktuell/finanzen/warum-die-aktienkurse-fallen-auch-wir-gehoeren-zu-den-boesen-buben-14031635.html

Artikel-Link:

Posting 34 - Das Risikoprofil des Anlegers und die Anlagestruktur müssen individuell zueinander passen - eine sinnvolle Aktienquote gehört jedoch zu praktisch jedem langfristigen Vermögensaufbau.

Studien haben gezeigt, dass sich viele Privatanleger wie in der Abbildung im u.g. Artikel (Link) dargestellt verhalten. Sie kaufen, wenn es an der Börse bergauf geht, und verkaufen, wenn es wieder bergab geht. Dieses prozyklische Verhalten «buy high – sell low» kostet zwischen 4% und 6% an Rendite pro Jahr.

Das Verhalten erklärt sich aus der Biologie des Menschen: Wenn etwas gut läuft, will man es auch machen (Erfolgsstreben), wenn etwas schlecht läuft, möchte man es vermeiden (der Gefahr entfliehen). Dass diese "biologische" Orientierung am Kapitalmarkt falsch ist, erschließt sich aber indirekt: Man muss sich klar machen, dass "schlechter Verlauf" oft nur bedeutet, dass eine Anlageklasse preisgünstig und damit kaufenswert geworden ist - und umgekehrt. Dies ist übrigens auch die Basis einer sinnvollen Portfolio-Rebalancierung.

Ganz entscheidend ist es deshalb, eine einmal gewählte Strategie diszipliniert durchzuhalten, um den psychologischen Fallstricken auszuweichen. Selbstverständliche Voraussetzung ist, dass die individuelle Risikotoleranz objektiv (Vermögensstruktur, Anlagehorizont) und subjektiv gut eingeschätzt wurde im Rahmen der Vorsorge- und Anlageplanung.

Nicht zuletzt ist zu bedenken: Wertschwankungen sind immer nur ein "zeitlich begrenztes Risiko", denn Kursrückgänge mit global gestreuter Anlage im Aktienmarkt werden bei entsprechender Haltedauer immer wieder kompensiert - und die Dividendenerträge von aktuell 2,9 % pro Jahr als Cash Zufluss können als "neuer Zins" fungieren (3 x so viel wie mit Tagesgeld). "Echte" Verlustrisiken hingegen bestehen bei Geld-/Rentenanlagen durch Erträge unterhalb der Inflationsrate sowie bei fehlender Diversifikation mit Einzelinvestments (Immobilien, Einzelaktien, geschlossene Beteiligungen), die zu starken Wertverlusten bis hin zu Totalausfällen führen können.

Vgl.: http://www.nzz.ch/wirtschaft/risikotoleranz-muss-erlernt-werden-1.18545431

Vgl.: Risikotoleranztest für Anleger: http://risk.bhfs.ch/de/ [ Benutzer -> fas | PW -> anlegertest ]

Vgl. http://www.behavioral-finance.de/ (Prof. Martin Weber, Institut für Finanzwissenschaft der Uni Mannheim zu verhaltensökonomischen Faktoren einer zutreffenden Risikoeinschätzung beim Investieren).

Artikel-Link:

Posting 33 - Auszahlung meiner Lebensversicherung - wohin mit meinem Geld?

Bei fällig werdenden Lebensversicherungen, Immobilienverkäufen oder Erbschaften stellt sich für viele Menschen die Frage: Soll ich das Kapital besser am Kapitalmarkt anlegen oder verrenten?

1. In vielen Fällen beträgt die Lebensstandardlücke bezogen auf die Renteneinkünfte in der Ruhestandsphase ca. 40 %, bei Selbständigen und Gutverdienern oft sogar noch mehr.

2. Wir leben viel länger als wir glauben - jede Generation kann mit 7,5 Jahren Plus rechnen gegenüber der Elterngeneration und mit 15 Jahren Plus zu den Großeltern. Wer heute 60 Jahre alt ist, lebt im Durchschnitt bis 86 Jahre als Mann und bis 90 Jahre als Frau.
https://www.allianz.de/vorsorge/tools/lebenserwartungsrechner/
Die Chance, sogar 95 Jahre alt zu werden, liegt für Frauen bei gut 15 % - ein erhebliches "Langlebigkeitsrisiko" also, aus Versorgungssicht betrachtet.

3. Wer keine ausreichende Renten-/Einnahmenhöhe besitzt, wird richtigerweise an lebenslange Kapitalverrentung denken. Ein Entnahmeplan hingegen kann Vorteile bieten bei bereits guter Basisversorgung. Er bietet meist eine höhere Rendite, volle Flexibilität und auch einfache Vererbbarkeit.

4. Auch steuerliche Aspekte spielen eine wichtige Rolle: Je nach steuerlicher Situation in der Erwerbsphase verglichen mit der Ruhestandsphase können die verfügbaren Instrumente Privatrente, Depotanlage, Entnahmeplan oder Rüruprente/Gesetzl. Rente sehr unterschiedlich effizient sein.

Artikel-Link:

Dienstag, 10. Mai 2016

Posting 32 - Langfristanleger fahren weiterhin am besten  - ganz ohne Prognosen. Das gilt für 2016, wie auch für jedes andere Jahr.

Erfolgreiche Spekulation im Aktienmarkt gelingt nur selten - die meisten beklagen eher schwache Ergebnisse. Man muss sich nur einmal klar machen, wer auf der "Gegenseite" von Privatanlegern steht im Aktienmarkt: Es sind zu ca. 85 % Profi-Händler und computerbasierte Handels-Systeme.

Das Einzige, was sicher bekannt ist und auch keinerlei Spekulation bedarf, ist die Rendite des Aktien-Gesamtmarktes von langfristig 6-9 % pro Jahr - sofern auf kostenträchtiges "aktives" Management (= Market Timing, Stock Picking und insbesondere häufiges Handeln) verzichtet wird und die Anlagekosten minimiert werden. Dies liegt daran, dass der Aktienmarkt kein Nullsummenspiel ist, sondern ein "Positivsummenspiel", d.h. langfristig sichere Zuwächse erbringt.

Wer 10+ Jahre Investiertsein mitbringt (so wie bei Immobilien), liegt im globalen Aktienmarkt besser als irgendwo sonst. Das ist auch kein Wunder, denn Unternehmen produzieren und erzeugen dadurch Gewinne von ca. 8 % pro Jahr - was sich im Wert der Unternehmensanteile widerspiegeln muss.

Die Wertschwankungen sind der jederzeitigen Liquidität am Aktienmarkt geschuldet, so dass äußere Faktoren zwischenzeitlich durchaus stärkere Bedeutung haben, andererseits aber langfristig kaum eine Rolle spielen. Deshalb bietet nur ein längerfristiges Investment auch Rendite-Sicherheit.

Zum Werterhalt: Während Geldwerte, z.B. durch Inflation oder Währungsreformen wertlos werden können, ist dies bei einem breit gestreuten Aktien-Portfolio ausgeschlossen, wie die Weltkrisen der Vergangenheit gezeigt haben. Ein typisches globales Portfolio mit Dimensional Fonds (ähnlich zu ETFs, aber breitere Marktabdeckung z.B. auch von mehr mittelgroßen Unternehmen, sog. Small Caps) umfasst ca. 10.000 Aktien von Unternehmen aus allen Teilen der Welt und bietet dadurch maximale Sicherheit.

Vgl. Die globale Aktienmarktrendite der letzten 20 Jahre betrug rund 8 % pro Jahr (1996 - 2015) - trotz zweier Crashs dazwischen in 2000 (Dotcom-Blase) und in 2008 (Weltfinanzkrise/Immobilienblase USA): http://www.dasinvestment.com/nc/investments/maerkte/news/datum/2015/09/25/44-emerging-markets-und-industrielaender-im-vergleich/

Vgl. Dow Jones Langfrist-Chart: http://www.boerse.de/langfristchart/Dow-Jones/US2605661048 (= Kursindex, ohne Dividenden von ca. 2,5 % p.a. seit 1980)

Vgl. Immobilienentwicklung D von 1980 - 2016 (Chart in Pressemitteilung) http://www.bulwiengesa.de/de/publikationen/studien/bulwiengesa-immobilienindex-2017

Während die Immobilienpreise in D von 1980 - 2016 von Index 70 auf 150 stiegen (+114 % oder 2,1 % p.a.), stieg der Dow Jones-Aktienmarktindex von 900 auf über 19.000 Punkte (mehr als +1.900 % oder 8,8 % p.a.) - vgl. Langfrist-Chart oben. Bei Immobilien wäre ggf. noch eine Mietrendite zu addieren. Je nach Finanzierungs- und Instandhaltungskosten evt. 2-3 % p.a., recht ähnlich zu den Dividendenzahlungen beim Dow Jones. Kann insofern beim Vergleich vernachlässigt werden.

Vgl. Wertentwicklung von Dimensional Fonds: https://www.fondsweb.com/de/suchen/afocus/2-123/issuer/1953/yield/2/sort/per5j

Vgl. Pfiffiger Vergleich Immobilien mit Aktien-Investment: http://finanzglueck.de/immobilien-oder-aktienmarkt-teil-2/

Vgl. Bulwiengesa: Zur Immobilien-Preisentwicklung ab 2017: http://www.bulwiengesa.de/de/im-blickpunkt/bulwiengesa-entgegnet-empirica-kein-absturz

Vgl. "Geduld macht wohlhabend": https://www.nzz.ch/wirtschaft/wohlstand-der-nationen-neu-erklaert-geduld-und-vertrauen-machen-reich-frauen-sind-ungeduldiger-ld.1377346

Vgl. auch Robert Halver, Ausblick 2016: http://www.cash-online.de/investmentfonds/2015/prognose-2/296537?utm_source=nl&utm_medium=email&utm_content=unten&utm_campaign=newsletter221215

Artikel-Link "Jahresausblick 2016..." :
Posting 31 - Aktienmarktbewertung nach KGVs und weiteren Kennzahlen: Wie ist die aktuelle Bewertung der Aktienmärkte? (update Juni 2021)

Dass auch zehn Jahre nach deutlichen globalen Wertzuwächsen insbesondere der deutsche und die europäischen Aktienmärkte noch eher günstig bewertet sind, vermuten die wenigsten. Noch tiefer liegen die Schwellenländer, die sich einige Jahre schwächer entwickelt haben und Nachholpotential haben. Der US-Markt liegt deutlich höher, aber auch noch im Bereich der letzten 35 Jahre: https://www.boerse.de/dow-jones-kgv/

Im u. g. Artikel "DAX: 10-Jahres-Durchschnitte...." finden sich die Kurs-Gewinn-Verhältnisse (KGV) für den Dax bezogen auf die Gewinnerwartungen für 2020 (KGV=15) und im Durchschnitt der letzten zehn Jahre (KGV=18). [Zum Vergleich: Im Frühjahr 2000, dem Höhepunkt der Dotcom-Blase, lagen die KGVs der meisten Industrieländer bei 30-50, das Dax-KGV bei 33,7. Das KGV Japans betrug Ende 1989 sogar 70 ]. Ein Einstieg ist also weiterhin sinnvoll - besonders für langfristig entbehrliche Anlagegelder, zumal alle anderen Anlageklassen deutlich höhere KGVs haben (Immobilien in Metropolen ca. 30-40, Staatsanleihen sogar mehr als 200). Je niedriger ein KGV ist, desto günstiger ist der Preis einer Anlageklasse. Bei einem KGV von 10 wäre der aktuelle Preis des Anlagegutes bereits durch zehn Jahresgewinne / Jahresmieten / Zinscoupons wieder eingespielt.

Vgl. Globale Aktienmarktentwicklung der letzten zehn Jahre seit Okt. 2011: Der globale Aktienmarkt-ETF iShares MSCI ACWI hat seit Okt. 2011 auf Euro-Basis einen Zuwachs erzielt von +223 % (+12,96 % p.a.) per 11.06.2021. Da es sich um einen "passiv" gestalteten Fonds handelt, entspricht dieser Zuwachs nur der einfachen Gesamtmarktentwicklung. https://de.extraetf.com/etf-profile/IE00B6R52259
 
Vgl. Dax-KGV: https://www.boerse.de/dax-kgv/ Danach liegt das Dax-KGV 2020 (Basis: erwartete Gewinne) im Febr. 2020 bei nur 14,3 - ähnlich wie in den letzten 15 Jahren, aber deutlich niedriger als im Febr. 2000 mit einem KGV von 33,7. http://www.faz.net/aktuell/finanzen/bewertungsmodelle-das-kgv-mutter-aller-bewertungszahlen-122275.html

Der aussagekräftigere Dax-Chart, weil wie auch Dow Jones, FTSE 100 etc. als Kurs-Index gestaltet (= Dividenden-bereinigt) hingegen notiert nicht höher als im Jahr 2000, zeigt also die eher günstige Bewertung auch besser an. http://www.ariva.de/dax_kurs-index/chart?t=all&boerse_id=12 

Kurs-Gewinn-Verhältnis durch Aktienrückkäufe und Niedrigzinsen beeinflusst?

Die Antwort lautet: Tendenziell ja. So ergibt sich einerseits ein niedrigeres KGV dadurch, dass sich die Gewinne pro Aktie von 2000 bis 2017 auf das fast 3-fache erhöht haben - massive Aktien-Rückkäufe seit 2009 insbesondere in den USA (aber auch in EU etc.) sind ein entscheidender Grund. (Kurs div. durch höheren Gewinn = niedrigeres KGV). Die Unternehmen selbst traten als die mit Abstand größte Käufergruppe von Aktien im Markt auf, was den Gewinn pro (verbleibender) Aktie deutlich erhöht hat. Sie orderten in den USA von 2009 bis 2017 eigene Aktien im Wert von ca. 18 % der gesamten Marktkapitalisierung.

Umgekehrt steigt der (faire) Wert eines Unternehmens und damit auch der Kurswert durch ein niedriges Zinsniveau an, weil die künftig erwartete Gewinnsumme bei Kapitalkosten nahe Null Prozent kaum noch abgezinst werden muss. -> Unternehmens-/Aktienwert = Summe der diskontierten Zukunftsgewinne.* Besonders hoch fällt der Nullzinseffekt aus bei Qualitätsunternehmen mit sehr sicheren und bei Wachstumsunternehmen mit stark steigenden Gewinnen (z.B. in der Digitalbranche) mit der Folge höherer KGVs.

 *) Unternehmensbewertung und Einfluss der Kapitalkosten 
 https://de.wikipedia.org/wiki/Discounted_Cash-Flow

Sagt ein KGV etwas über die kommende Jahres-Performance aus? 
Der Investmentanalyst und US-Milliardär Ken Fisher sagt: Nein. Für die kurzfristige Wahrscheinlichkeit gelte primär die Zweidrittel-Regel, ohne Korrelation zum KGV: In 2/3 der Jahre steigt der Aktienmarkt, in 1/3 der Jahre sinkt er. Im übrigen empfiehlt er eine umgekehrte, da einfachere Betrachtung, nämlich von Gewinn : Kurs, der sog. Gewinnrendite. Die aktuelle Gewinnrendite (Febr. 2020) des globalen Aktienmarktes liege bei 5,1 % und sei zu vergleichen mit den Alternativen, also Anleihen, die bei -0,4 % rentieren oder Immobilien, die in Metropolen eine Mietrendite von nur noch 1-2 % bieten würden (bei zweifelhaften Aussichten auf dem akt. Bewertungsniveau).  
 
Gelten für Schwellenländer dieselben KGVs und Kriterien? https://thedlf.de/emerging-markets-investments/

Vgl. 10-Jahres-Durchschnitte für KGV, KBV und Dividende für Dax, MDax, SDax, TecDax https://boersengefluester.de/10-jahres-durchschnitt-kgv-kbv-dividendenrendite/

Vgl. Historisches Kurs-Gewinn-Verhältnis des S&P 500 (USA) - die aktuelle Bewertung (Juni 2021) ist durch Corona-Einflüsse in 2020/21 negativ beeinflusst, d.h. ungewöhnlich hoch.
 https://www.multpl.com/s-p-500-pe-ratio

Vgl. Bewertung nach dem zyklisch adjustierten Kurs-Gewinn-Verhältnis (CAPE oder Shiller-KGV) am Beispiel des S&P 500 (USA): http://www.multpl.com/shiller-pe/  
 
Berechnungsbasis ist dabei nicht der durch temporäre Sondereinflüsse teils weniger aussagekräftige (Ein-)Jahresgewinn, sondern der inflationsbereinigte mittlere Gewinn der letzten zehn Jahre. Die referierten KGVs basieren auf den Gewinnen der letzten vier Quartale, dem sog. nachlaufenden KGV (das auch "härter" ist als das prospektive KGV, das auf Gewinnerwartungen laufender bzw. künftiger Jahre basiert).
 
Hier die CAPE-KGVs der führenden Industrieländer nach dem Shiller Barclays CAPE® Index:
 
 
[ http://www.starcapital.de/research/aktienmarktbewertungen - z.Zt. inaktiv]

Eine Studie aus Mitte 2019 der StarCapital Kapitalmarktforschung unterstellt als faires globales CAPE 18,3 und als faires globales KBV 1,8. Die USA (safe haven des Kapitalmarktes) lagen dabei zwar historisch meist höher als im globalen Schnitt, aktuell per Okt. 2019 sind sie mit einem CAPE von 29,5 und einem KBV von 3,2 jedoch recht hoch bewertet - mit der Gefahr schwächerer Renditen von nur ca. 5 % p.a. in den nächsten Jahren. Umgekehrt liegen die CAPE/KBV-Werte sehr günstig in den Emerging Markets. Dort seien Renditen von 7 % p.a. und mehr zu erwarten in den kommenden zehn Jahren.

Häufig werden auch das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) und das Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV) zur Bewertung herangezogen, da diese im Unterschied zur Gewinnentwicklung nicht auf Erwartungen, sondern auf "harten" Ist-Zahlen beruhen. Das KBV für die entwickelten Märkte liegt für die zurückliegende Jahresperiode bei durchschnittlich 1,9 und jenes für die Emerging Markets bei 1,5.  Vgl. http://www.starcapital.de/research/aktienmarktbewertungen

Krisen-Parameter Anleihenspreads: Sie zeigen an, welche Risikoaufschläge schwache Emittenten bieten müssen, um Anleihen platzieren zu können: Meist 0,3 bis 0,5 % (50 Basispunkte) mehr als bonitätsstarke Emittenten wie D. Ansteigende Spreads sind ein zuverlässiger Krisenparameter. https://www.derivateverband.de/DEU/Transparenz/Credit-Default-Swaps

Live Spreads: https://de.investing.com/rates-bonds/government-bond-spreads  (-> Märkte -> Anleihen -> Staatsanleihenspreads)

Vgl. Globale Aktienmarkt-Erträge (Chart 67) in "Guide to the Markets": http://www.jpmorganassetmanagement.de/de/showpage.aspx?pageID=511

Vgl. Zahl der Unternehmen pro Land im MSCI World: https://fairvalue-magazin.de/etf-indexfonds/msci-world/

Vgl. Aktienrückkäufe der Unternehmen sind auf Rekordniveau und stützen die Kurse: http://www.faz.net/aktuell/finanzen/finanzmarkt/so-viele-aktienrueckkaeufe-wie-seit-zehn-jahren-nicht-15734270.html

Vgl. Credit Suisse Global Investment Returns Yearbooks 2020 - 2021 - 2022 - 2023
 
Vgl. Der "Angst- und Gier"-Index  Je stärker der Index auf "rot" steht, desto besser ist das Investment-Umfeld, denn dann ist noch Geld außerhalb des Marktes, das noch investiert werden kann. https://money.cnn.com/data/fear-and-greed/

Vgl. Nach spätestens 14 Jahren war ein Aktienmarkt-Investment immer positiv, selbst bei der (unwahrscheinlichen) Kombination aus ungünstigstem Einstieg und zugleich ungünstigstem Ausstieg. Ein "echtes" Verlustrisiko besteht damit bei globaler Streuung nicht. http://www.dividendenadel.de/aktien-erfolgsfaktor-zeit-renditedreieck/

Artikel-Link zu den 10-Jahres-Durchschnitten des DAX:
Posting 30 - Aktienmarkt-Schwankungen bieten auch Vorteile - vor allem für Sparpläne und (richtiges) anti-zyklisches Zukaufen

Prof. Robert Shiller warnt vor erheblichen Schwankungen an den Finanzmärkten: Aktien und Immobilien seien partiell, Anleihen sogar generell überteuert und beinhalteten Rückschlagsrisiken. Optionen?

1. Nachkäufe bei erheblichen Kursrückgängen am Aktienmarkt können eine durchaus sinnvolle Option darstellen. Wer beim letzten "Mini-Crash" (10 %iger Kursrücksetzer) Mitte Oktober 2014 (nach-)gekauft hat, liegt per 22.01.2016 noch mit 18,5 % im Plus (MSCI World).
2. Auch wer Aktien-Sparpläne hat, kauft nach Kursrückgängen "automatisch" günstiger nach.
3. Speziell deutsche, europäische und Schwellenländer-Aktien liegen auch aktuell im Nov. 2015 noch auf günstigem Bewertungsniveau.

Im übrigen sollte man sich fragen: "Cui bono" - wem nützen starke Kursschwankungen? Eindeutig den Investmentbanken, Hochfrequenzhändlern und Hedgefonds (=Spekulanten u. Arbitrageure). Und genau diese haben auch das Volumen, Kursschwankungen zu verstärken und auszunutzen.

Als Privatanleger kann man sich aber gut wappnen: Durch marktbreites, globales Investment sowie diszipliniertes Halten. Denn auch jeder Kursanstieg kommt so plötzlich, dass "Halten" die einzig erfolgreiche Strategie ist, um ohne "rein-raus"-Verluste durchzukommen, die übrigens primär den o. g. Profi-Händlern als Gewinne zufallen würden.

Dass die Börse - entlang kräftiger Schwankungen - langfristig nur nach oben geht, ist völlig eindeutig. Wir erinnern uns: Die hohe Rendite des globalen Aktienmarktes von langfristig 6-9 % p.a. ist die Belohnung für das Tragen von Wertschwankungsrisiken.
Vgl.: http://gafib.de/67/kompetente-links -> Link 20

Sehr entscheidend ist vor allem auch der persönliche Anlagehorizont: http://www.boerse.de/grundlagen/aktie/Anlagehorizont-Langfristige-Investments-bieten-h-here-Erfolgschancen-6

Vgl. Globale Aktienmarkterträge (Chart 29 in "Guide to the Markets") in EUR über zehn Jahre von 2006 - 2015: Durchschnittlicher Ertrag = 6,2 % pro Jahr. http://www.jpmorganassetmanagement.de/de/showpage.aspx?pageID=511

Artikel-Link:

Posting 29 - Versicherungsvergleichs-Portale - Vorsicht ist geboten!

"Versicherungsvergleichs-Portale sind oft irreführend und wettbewerbsverzerrend", sagt Prof. Hans-Peter Schwintowski von der Humboldt-Universität zu Berlin.

Er bemängelt, dass meist weder die laut Versicherungsvertragsgesetz (VVG) vorgeschriebene Status-Information des Online-Portals erkennbar ist (gebundener Vermittler oder Makler), noch eine spezifische Kundenberatung und Dokumentation sichergestellt ist.

Zudem wird suggeriert, es handele sich quasi um "Verbraucherschutz-Portale", bei denen ein besseres Preis-/Leistungsverhältnis geboten würde als bei einem persönlichen Vermittler. Dieser Eindruck wäre jedoch falsch. Alle Portale erhalten die üblichen Vermittlungsprovisionen. Auch existieren keinerlei Beitragsunterschiede zwischen identischen Tarifen bei Portalen und persönlichen Beratern.

Bei komplexeren Absicherungen, wie etwa zur Berufsunfähigkeit, ist ein Online-Abschluss jedenfalls ungeeignet, weil ohne ausführliche individuelle Beratung eine optimale Absicherung meist nicht gelingt.

Vgl. http://m.welt.de/finanzen/verbraucher/article146713452/Kann-man-Preisvergleichs-Portalen-wirklich-trauen.html

Vgl. zur Berufsunfähigkeitsversicherung: https://gafib1.blogspot.com/2019/03/posting-25-leistungsquoten-bei.html

Artikel-Link:

Posting 28 - Anlagestrategie der Reichen: Man setzt primär auf Sachwerte wie Aktien und Immobilien!

Wie besonders Vermögende ihr Geld anlegen, findet sich in den u. g. Artikeln:

- Aktien ca. 27 %
- Beteiligungen ca. 15 %
- Immobilien ca. 22 %
- Anleihen ca. 17%
- Cash ca. 19 %

Vermögende legen also neben dem Vorhalten von Liquidität und Anleihen besonderen Wert auf produktive Sachwert-Investments wie Aktien und Beteiligungen (42 %) sowie Immobilien (22 %). Sachwerte summieren sich damit auf insgesamt zwei Drittel - keine schlechte Idee angesichts von Niedrigzinsumfeld und Verschuldungswahnsinn mit genereller Gefährdung von Geldwerten.

Im übrigen zählt Deutschland in 2017 rund 1,4 Mio. Euro-Millionäre (mind. 1 Mio.€ Gesamtvermögen), was einem Anteil von 4,0 % an der Bevölkerung ab Alter 50 Jahre (= 34,5 Mio.) entspricht. Gut 200.000 Menschen besitzen mind. 2,0 Mio. Euro Vermögen (0,6 % Anteil). http://de.statista.com/statistik/daten/studie/162284/umfrage/millionaere-in-deutschland/

Die Gruppe der sog. High Net Worth Individuals (HNWI) mit einem frei investierbaren Vermögen von mind. 1 Millon US-Dollar umfasst in D ca. 950.000 Personen, d.h. 2,7 % der Bevölkerung ab 50 Jahre.

Vgl. http://politik-almanach.de/category/deutschland/privatvermoegen/

Das Durchschnitts-Nettovermögen pro Haushalt im Jahre 2014 betrug laut Deutscher Bundesbank 214.500 Euro.

Vgl. https://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Themen/2016/2016_03_21_monatsbericht_phf.html?startpageId=Startseite-DE&startpageAreaId=Teaserbereich&startpageLinkName=2016_03_21_monatsbericht_phf+366048

Vgl. auch: Was das 800 Mrd. Euro schwere Anlage-Portfolio des gemeinnützigen Norwegischen Staatsfonds beinhaltet?  Per 31.03.2016 lagen 61,2 % in Aktien, 35,7 % in Anleihen und 3,1 % in Immobilien.  http://www.nbim.no/en/investments/

Vgl. Welt-Artikel vom 03.03.2016: Reiche erhöhen Aktienanteil ihrer Portfolios: http://www.welt.de/print/die_welt/finanzen/article152915363/Anlagenotstand-zwingt-Superreiche-in-riskante-Investments.html

Vgl. zum Status im Jahre 2015: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/arm-und-reich/world-wealth-report-fast-1-2-millionen-millionaere-in-deutschland-14303348.html

Vgl. Allianz Global Wealth Report 2016
https://www.allianz.com/de/economic_research/publikationen/spezialthemen_fmo/agwr16d.html/
Die Allianz hat die siebte Ausgabe ihres „Global Wealth Reports“ vorgestellt, der die Vermögens- und Schuldenlage der privaten Haushalte in über 50 Ländern analysiert. München, 21.09.2016

Vgl. EZB-Studie aus Dez. 2016 zum Ranking der EU-Länder (Deutschland nur im unteren Mittelfeld): http://www.handelsblatt.com/finanzen/vorsorge/altersvorsorge-sparen/ezb-vermoegensstudie-reiche-luxemburger-arme-litauer/19175348.html

Vgl. Capgemini-Studie 2016: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/arm-und-reich/world-wealth-report-fast-1-2-millionen-millionaere-in-deutschland-14303348-p2.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2


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Posting 27 - Welcher Anlagehorizont für Aktien? Er ist genauso lang wie für Immobilien!

Wer eine Immobilie gekauft hat, ist quasi geschützt vor "aktuellen" Sorgen über deren Wertentwicklung. Kaufnebenkosten wie Grunderwerbsteuer, Notargebühren, Finanzierungskosten etc. summieren sich leicht auf 10% des Kaufpreises, die zu den Objektkosten noch hinzukommen – und führen erstmal deutlich ins Minus. Bei 300.000 € Objektpreis mit immerhin ca. 30.000 €. Deshalb wird "selbstverständlich" langfristig gehalten - und der aktuelle Wert über Jahre ausgeblendet.

Bei Aktien hingegen besteht jederzeitige Transparenz und Liquidität, Kursschwankungen werden deshalb stärker "gefühlt". Wie bei Immobilien ist langfristiges Halten jedoch die einzig richtige Methode zum sicheren Vermögensaufbau - die allerdings eine höhere Selbstdisziplin erfordert, weil (leider?) keine Verkaufshürden wie bei Immobilien existieren.

Bei vergleichbar langfristiger Anlagedauer zu Immobilien liegt die Aktienmarktrendite mit ca. 8 % p.a. in aller Regel auch deutlich höher - und das bei sogar geringerem Risiko aufgrund viel besserer Streuung. Zudem besteht auch ein deutlich geringerer Verwaltungsaufwand.

In beiden Fällen ergibt sich auch eine laufende Mietrendite bzw. Dividendenrendite in der Größenordnung von ca. 3-4 %, die jedenfalls deutlich höher liegt als bei Anleihen oder Tagesgeld.

Vgl.: Pfiffiger Vergleich Immobilien- mit Aktien-Investment: http://finanzglueck.de/immobilien-oder-aktienmarkt-teil-2/

Vgl. zur Immobilenpreisentwicklung: http://www.cash-online.de/immobilien/2015/deutsche-bank-wohnimmobilien-studie/231687

Vgl.: http://www.finanzwesir.com/blog/immobilien-wertsteigerung-2007-2013

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Posting 26 - Geschlosse Fonds - eine verlustreiche Bilanz / update per Dez. 2025 
 
Statt Gewinnen bescherten Beteiligungen an Immobilien-, Schiffs-, Umwelt-, Private Equity- und Medienfonds Anlegern Milliarden­verluste. Das ist das ernüchternde Ergebnis einer "Finanztest"-Unter­suchung von 1.139 geschlossenen Fonds, die seit 1972 bis heute aufgelegt wurden. Nur mit großem Glück erwischten Anleger einen Fonds, der seine Prognosen erreichte. Insgesamt haben jedoch nur mickrige 6 Prozent der Fonds ihre Gewinn­prognosen erfüllt.

Im Schnitt erlitten Anleger mit den geprüften Beteiligungen auf Basis ihres einge­setzten Kapitals bei 57 Prozent der Immobilienfonds, 62 Prozent der Umwelt­fonds, 81 Prozent der Schiffs­fonds und 96 Prozent der Medienfonds einen teilweisen oder sogar voll­ständigen Verlust ihres angelegten Kapitals.

Durch unhaltbare Versprechungen von Banken und Finanzvertrieben bedrohte Anleger müssten sich eigentlich bei Ex-Finanzminister Peer Steinbrück bedanken, der zum 10. November 2005 die Steuervorteile für geschlossene Fonds gekippt hat - und damit dem Anlegerschutz (unbeabsichtigt) einen großen Dienst erwiesen hat, indem ein zentrales Verkaufsargument entzogen wurde.

[ Anmerkung: "Finanztest" hat eine Vorsteuer-Betrachtung angestellt, so dass auf Einzelanleger-Ebene eingetretene Verluste ggf. durch entlastende Steuervorteile verringert wurden. Auch dürften neuere Beteiligungen ab 2013 eine günstigere Risikostruktur aufweisen.]

Der Einsatz geschlossener Fonds ist - auch nach zwischenzeitlicher Einführung erhöhter Sicherheitsanforderungen ab 2013 - weiterhin als riskant einzustufen und meist überflüssig. Jedenfalls sollte der Anteil an einem Privatanleger-Portfolio nicht mehr als etwa 5% betragen.
 
 
 
 Geschlossene Fonds - Die schlimme Bilanz einer Branche
Posting 24 - Häufige Fehler in der Vorsorgeplanung - das Niedrigzinsumfeld erzwingt alternatives Vorgehen.

Soll das erreichte Wohlstandsniveau erhalten bleiben und die Altersvorsorge gesichert sein, bedeutet dies zwingend höhere Sparquoten und ein verändertes Anlageverhalten. Doch ein Umdenken oder gar ein anderes Sparverhalten ist derzeit bei Privatanlegern nicht erkennbar.

Die aktuelle Lage dürfte sich kaum ändern. „Die gegenwärtig niedrigen Zinsen sind nicht nur ein kurzfristiges, sondern ein potenziell langfristiges Phänomen“, sagt Uwe Walz, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Goethe-Universität Frankfurt und Leiter der Analyse. „Ein Grund sind auch strukturelle Verschiebungen der Weltwirtschaft weg von kapitalintensiven hin zu digitalen Industrien, die weniger Kapital benötigen“, ergänzt er.

Doch bisher passen Privatanleger ihr Verhalten kaum an. Sie erhöhen ihre Sparquote nicht, stattdessen bleiben niedrigverzinsliche Anlagen, Immobilien und Konsum im Fokus. Obwohl die „Generation Mitte“ dem Lebensstandard im Alter einen hohen Wert beimisst, kümmert sie sich nur unzureichend um ihre finanzielle Zukunftsplanung.

Vgl.: http://www.gdv.de/2015/09/generation-mitte-2015-zentrale-ergebnisse-im-ueberblick/

Vgl.: http://www.handelsblatt.com/finanzen/anlagestrategie/anlagestratege/der-anlagestratege-ideologische-scheuklappen-ablegen/12212910.html

Vgl. 20 häufige Fehler bei der Vorsorgeplanung: https://www.xing.com/communities/posts/entgegen-aller-warnungen-die-deutschen-verhalten-sich-beim-sparen-wie-die-lemminge-1010556777?cce=emaaa97608.:U8ZxUHKeSJD7TurqPHZVAH

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Posting 25 - Leistungsquoten bei Berufsunfähigkeitsversicherungen & Versicherungsbedingungen beachten!

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung, die nicht zahlt im Ernstfall, ist wertlos, egal wie "preiswert" sie auch sein möge. Im neuen Ranking der Leistungsquoten von BU-Versicherern wird ein Zusammenhang tendenziell sichtbar: Die eher teureren Versicherer leisten eher als die besonders günstigen. Condor, Alte Leipziger, Allianz und HDI finden sich eher im oberen Preissegment bei vielen Berufen, HUK-Coburg, Hannoversche, HanseMerkur und Nürnberger dagegen eher im unteren Preissegment - leisten aber auch eher unwillig. Es ist also eine Versicherer-Auswahl zu treffen, die neben der - wichtigen - Preisstellung auch die Leistungsquoten betrachtet, soweit diese objektivierbar sind.

Letztlich sollten jedoch die Versicherungsbedingungen die entscheidende Maßgabe für die Auswahl darstellen, denn (nur) diese stellen im Leistungsfall auch eine valide Anspruchsgrundlage dar.

Sollte es zur Leistungsverweigerung durch den Versicherer kommen, so ist zu empfehlen, einen Fachanwalt zu Versicherungsrecht zu beauftragen, der nachweislich nicht auch für Versicherer tätig ist, um Interessenkonflikte zu vermeiden.

Vgl. Anwaltliche Unterstützung im Leistungsfall, "Finanztip": http://www.presseportal.de/pm/112681/3761504

Artikel-Link:

Posting 23 - Offene Immobilienfonds erleben Aufschwung als schwankungsarme Alternative zu Anleihen

Wer für einen Teil seiner Anlagen schwankungsarme Sachwertinvestments sucht, kann bei offenen Immobilienfonds (OIFs) fündig werden. Sie können eine sinnvolle Portfolio-Ergänzung darstellen für einen mittelfristigen Zeitraum ab 4-5 Jahren. Die ca. 3 % Bruttorenditen erbringen aufgrund von Steuervorteilen (AfA im Fonds) oft ca. 2,6 % Nettorendite, was eine Bruttorendite anderer Kapitaleinkünfte von ca. 3,6 % erfordern würde oder sogar von 4,6 % bei V+V-Einkünften nach AfA mit 40% Steuersatz. Hinzu kommt die hervorragende Risikostreuung eines OIFs verglichen mit einer Einzelimmobilie, die meist ein erhebliches "Klumpenrisiko" darstellt.

Im Vergleich zu den aktuell Kursverlust-gefährdeten Rentenfonds und Anleihen, als Festgeldersatz oder als Alternative zu Anlage-Immobilien sind OIFs eine durchaus überlegenswerte Alternative.

Vgl.: http://www.fondsprofessionell.de/kongress/vortraege/?v=6583

Artikel-Link:
Posting 22 - Finanzielle Ruhestandsplanung setzt andere Akzente als die klassische Vorsorgeplanung!

Die Idee der Ruhestandsplanung gibt es zwar schon lange. Aber bisher wurde sie kaum gelebt. Jetzt ist die Zeit reif dafür – die Lebenserwartung ist auf Allzeithoch und steigt noch weiter.

Ruhestandsplanung ist kein Synonym für Altersvorsorge. Der Begriff steht stattdessen für die spezielle Finanzplanung der Zielgruppe 50plus. Für diese Menschen rückt der Ruhestand zeitlich in greifbare Nähe oder ist bereits eingetreten. Während sich die klassische Altersvorsorgeberatung auf den Vermögensaufbau konzentriert, geht es bei der Ruhestandsplanung um Strategien, wie im Alter mit dem aufgebauten Vermögen optimal umgegangen wird.

Artikel-Link:
Posting 21 - Rationales Investieren nach wissenschaftlicher Erkenntnis - der Königsweg, den auch die Profis gehen!

Wer Investieren statt Spekulieren will, muss die Ergebnisse der Finanzmarkt-Forschung beachten: Dass sog. "Market Timing" nicht funktioniert, ist wissenschaftlich bestätigt. Primär passive und kostengünstige Anlagestrategien produzieren längerfristig überlegene Ergebnisse, wie auch die drei Interview-Partner Prof. Martin Weber (Lehrstuhl Finanzwirtschaft, Uni Mannheim), Dr. Andreas Beck (Vorstand Institut für Vermögensaufbau, München) und Guy Kieffer (Luxemburg) herausarbeiten - und was im übrigen auch von der Investment-Legende Warren Buffet bestätigt wird.

Zur Umsetzung bieten sich ETFs oder Dimensional Fonds an: http://eu.dimensional.com/de . Die zugehörigen Wertentwicklungen finden sich hier: http://www.fondsweb.de/suche?QUERY=dimensional

Warum Dimensional Fonds? http://eu.dimensional.com/de/dienstleistungen/warum-dimensional.aspx

Vgl. http://www.faz.net/aktuell/finanzen/fonds-mehr/vergleichsindizes-besser-als-fast-alle-aktiv-gemanagten-fonds-13881596.html

Vgl.: http://www.faz.net/suche/?query&BTyp=lesermeinungen&username=%22K.Marx%22

Vgl.: http://www.manager-magazin.de/finanzen/artikel/boerse-und-psychologie-aktienkurse-gehorchen-dem-zufall-a-634006-2.html

Vgl. 32 berühmte Zitate von Warren Buffet, z.B.: "Ich glaube weiterhin, dass kurzfristige Marktprognosen Gift sind und an einem sicheren Ort weggeschlossen werden sollten, fern von Kindern und auch von Erwachsenen, die sich am Markt wie Kinder benehmen."
http://www.manager-magazin.de/finanzen/artikel/erfolg-reichtum-glueck-denken-wie-warren-buffett-a-1057702-32.html

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