Montag, 30. November 2020

Posting 88 - Was ist steuerlich günstiger, ausschüttende Fonds/ETFs oder thesaurierende Fonds/ETFs? - Update per Dez. 2023

Diese Frage stellt sich neu seit der erfolgten Investmentsteuerreform zum 01.01.2018 (vgl. https://www.consorsbank.de/ev/Service-Beratung/Steuer ). Inzwischen liegen auch die praktischen Erfahrungen vor aus den Jahren 2019 (für 2018) bis 2023 (für 2022). 

Aufgrund des negativen Basiszinses wurde für die Jahre 2021/2022 keine Vorabpauschale berechnet. https://www.sis-verlag.de/archiv/andere-sonstige-steuerarten/verwaltungsanweisungen/7161-bmf-investmentsteuergesetz-vorabpauschale

Während vor 2018 thesaurierende Fonds einen deutlichen Steuervorteil hatten, weil es erst beim Verkauf zu einer Besteuerung der Zuwächse im Fondsvermögen kam, hat sich dies ab 2018 geändert. Mit der Einführung der sog. Vorabpauschale werden nun auch jährlich Steuern zu Jahresbeginn (für das vergangene Jahr) erhoben.

Die Vorabpauschale ermittelt einen fiktiven Betrag. Wesentlicher Faktor ist dabei der durch die deutsche Bundesbank festgelegte Basiszinssatz. Dieser war bis 2022 sogar negativ, so dass Steuerabzüge auf thesaurierende Fonds Anfang 2023 nicht erfolgten. Ab Jan. 2024 (für 2023) dürften aber wieder spürbare Vorabpauschalen greifen.

Für das Gesamtjahr 2023 liegt der Basiszinssatz bei +2,37% (1. HJ = 1,62 %, 2. HJ = 3,12 %) Vgl. https://basiszinssatz.de/ Nach G. Kommer dürfte der Break-Even-Point erst bei einem Basiszins von +3,8 % erreicht sein, ab dem die Vorabpauschale ungünstiger wird (Vgl. https://www.gerd-kommer-invest.de/ausschuettende-vs-thesaurierende-fonds/ ). Damit ist eine thesaurierende Variante bis auf weiteres steuerlich noch begünstigt.  

Der Steuer-Stundungseffekt besteht also derzeit noch fort, wenn auch in geringerem Ausmaß. Steuerstundung bedeutet in der Praxis, dass der Zinseszinseffekt zugunsten des Anlegers weiter wirken kann, da ein größeres Volumen im Depot verbleibt. 

"Smart" investieren: Der vorhandene Sparerpauschbetrag von 1.000 €/2.000 € sollte andererseits sehr wohl ausgeschöpft werden, denn eine erfolgte Steuerfreistellung auf der Basis des erteilten Freistellungsauftrages (FSA) ist endgültig. Dazu bieten sich primär ausschüttende Fonds/ETFs an. Inzwischen ggf. auch bereits durch die erhobenen Vorabpauschalen im Jan. 2024. Die Ausschöpfung des FSAs lohnt also!

Die Freistellung greift bei z.B. 2 % lfd. Dividendenerträgen bis zu einem Depotvolumen von ca. 50.000 €/100.000 € - eben bis zur vollen Ausschöpfung der Sparerpauschbeträge. Weiteres Volumen darüber hinaus bleibt dann zwar nicht mehr steuerfrei, kann aber steueroptimiert in thesaurierenden Fonds/ETFs angelegt werden.

Vgl. https://www.finanzfluss.de/etf-handbuch/steuern/

Mittwoch, 14. Oktober 2020

Posting 87 - Mit der 72er-Regel den eigenen Wohlstand planen

Die Verdoppelung des eingesetzten Geldes ist für viele Anleger ein Meilenstein. Wann es soweit ist, kann sehr einfach mit der 72er-Regel berechnet werden.

In welcher Zeit und bei welcher Rendite sich das Kapital verdoppelt

Mit der 72er-Regel läßt sich ausrechnen, wie lange es bei welcher Rendite dauert, bis man sein Kapital verdoppelt hat. Die Formel ist denkbar einfach:

72 / jährliche Rendite = Anzahl der Jahre zur Verdoppelung

Ein Beispiel: Man erhält auf sein Kapital im Schnitt 8 Prozent Rendite. Die Formel lautet also:

72 / 8 (jährl. Rendite) = 9 Jahre bis zur Kapital-Verdoppelung

Aufgrund des Zinseszinseffektes (exponentielles Wachstum) verdoppelt sich das Geld also hier im Beispiel nach rund 9 Jahren. Vgl. auch mittels eines Sparrechners: https://www.zinsen-berechnen.de/sparrechner.php Wie man 8 Prozent Rendite erreicht? Vgl. im Posting 80 unten.

Vgl. Die 72er-Regel: Wann sich dein Geld verdoppelt  https://kleiner-finanzblog.de/die-72er-regel-wann-sich-dein-geld-verdoppelt/
 
 
Vgl. Posting 80 - Richtiges Aktiensparen ist langfristig immer erfolgreich! https://gafib1.blogspot.com/2019/10/posting-81-richtiges-aktiensparen-ist.html
 
Vgl. Posting 86 - "Advisor´s Alpha" - Welchen Wert an der zu erwartenden Rendite hat eine gute Beratungsleistung? https://gafib1.blogspot.com/2020/11/posting-86-advisors-alpha-welchen-wert.html
 

Freitag, 18. September 2020

Posting 86 - "Advisor´s Alpha" - Welchen Wert an der zu erwartenden Rendite hat eine gute Beratungsleistung?

Zweifellos sind (vermiedene) Kosten eine der wichtigsten Stellgrößen für den Erfolg eines Investments. Hier spielen initiale Abschlusskosten bei Versicherungen oder Ausgabeaufschläge bei aktiv gemanagten Fonds eine Rolle, aber noch viel wichtiger sind die laufenden Kosten in einem Fonds oder einer Versicherung, die jährlich vom Fonds- bzw. Vertragsguthaben abgezogen werden - und nicht sichtbar sind. Oft entstehen jedoch Gesamtkosten von 3-4 % p.a. - Bezugsbasis sind dabei wohlgemerkt nicht "100", was oft angenommen wird, sondern der Jahresertrag der Kapitalanlage von z.B. 8 % p.a. Somit wären es bei 3,5 % Kosten also fast 44 % des Jahresertrags (3,5 % von 8 %), der für Produktkosten "drauf" geht. Kostenträchtige Verhaltensfehler kommen ggf. noch hinzu.

Die hohen Fondskosten sind ein entscheidender Grund, weshalb seit über zehn Jahren sog. Indexfonds/ETFs (Exchange Traded Funds = börsengehandelte Fonds) eine enorme Erfolgsgeschichte geschrieben und große Zuflüsse erhalten haben. Denn hierbei gibt es weder Ausgabeaufschläge noch hohe laufende Kosten. Die lfd. ETF-Gesamtkosten liegen meist bei nur 0,1-0,4 % p.a.
 
Merke: Alle Kosten in Versicherungs- und Kapitalanlage-Produkten entstehen "sicher" und über die gesamte Laufzeit, nicht etwa nur einmal zu Beginn. Geringere Anlagekosten bedeuten deshalb einen "sicheren zusätzlichen Wertzuwachs", der durch die enorme Kraft des Zinseszinseffektes sehr oft sechsstellige Ausmaße erreicht über 20-30 Jahre Laufzeit.
      

Schwieriger zu greifen, aber mindestens ebenso wichtig ist der Wert einer guten Beratung. Die weltweit führende Fonds/ETF-Gesellschaft "Vanguard" hat diesen Wert auf der Basis umfangreicher Analysen beziffert. Er liegt insgesamt bei mindestens ca. 3 % pro Jahr. Was sind die Gründe?

 

Der größte Einzelposten ist tatsächlich der Wert eines guten Verhaltens-Coachings (1,5 %), weil die meisten Menschen an der Börse überfordert sind durch psychologische Fehlsteuerung wie Gier/Panik und sog. pro-zyklisches Verhalten, also Kauf insbesondere dann, wenn die Börse längere Zeit gut gelaufen ist - was zu tendenziell teurerem Kaufen führt.

Weitere Apekte sind - neben einer soliden Portfolioaufstellung - eine kosteneffiziente Umsetzung z.B. durch Einsatz kostengünstiger ETFs sowie bei Kauf-/Verkaudsorders, ein regelmäßiges Rebalancing sowie Steuer-Optimierung. Insgesamt nochmals ca. 1,5 % an positiver Renditeauswirkung. 

Natürlich muss die Beratungsvergütung von diesem Mehrwert von ca. 3 % noch abgerechnet werden: Aber selbst danach bleiben noch erhebliche Netto-Mehrwerte in Höhe von ca. 2 % p.a. für gut beratene Anleger/innen erhalten.

Vgl. Was aus meiner Aktienanlage wird über die Zeit: https://www.zinsen-berechnen.de/sparrechner.php (als "Zinssatz" 7 % (= Rendite nach Kosten p.a.) eingeben im Zinseszins-Rechner bei global gestreuter Aktien-/ETF-Anlage. Ohne (gute) Beratung ergeben sich eher nur ca. 4 % Rendite.

Vgl. Welcher Mehrwert durch Beratung? https://www.de.vanguard/professionell/insights-wissen/mehrwert-von-beratung

Vgl. Posting 80 - Richtiges Aktiensparen ist langfristig immer erfolgreich! https://gafib1.blogspot.com/2019/10/posting-81-richtiges-aktiensparen-ist.html

Vgl. Posting 59 - Typische Anlagefehler - Anleger verschenken erhebliche Rendite https://gafib1.blogspot.com/2019/03/posting-59-typische-anlagefehler.html

Vgl. Posting 58 - Erbschaftsplanung rechtzeitig vornehmen https://gafib1.blogspot.com/2019/03/posting-58-erbschaftsplanung.html


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